Zalando war gestern…

Dies hat Schwester Julia in Nadines Frühchen-Tagebuch geschrieben. Und den Satz fand ich soo gut, daß ich ihn übernommen habe.

Ilona, Nadines Patentante hat uns das erste Paar Schuhe für Nadine geschenkt: Ein paar Flipflops

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Sind die nicht der Hammer? Mir, der Krankenschwester und auch Nadine haben sie sehr gut gefallen.

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Am Sonntag wird Nadine tatsächlich schon 5 Wochen alt. Ich habe jegliches Zeitgefühl irgendwie verloren. Ich wäre jetzt normalerweise in der 32. Schwangerschaftswoche.

Und durch die Extremfrühgeburt und den damit einhergehenden Erfahrungen wird mir erst richtig bewusst, was der menschliche Körper in so einer Schwangerschaft tatsächlich leistet. Nadine muss viele Dinge nun außerhalb der Gebärmutter lernen, dies sie normalerweise noch nicht leisten müsste.

Normalerweise würde sie im Mutterleib nun auch noch ordentlich zunehmen. Doch außerhalb des Mutterleibes nimmt bzw. sollte sie lt. Krankenschwestern im Schnitt pro Woche ca. 50 – 100 g zunehmen.

Wie gesagt, sie wird Sonntag 5 Wochen alt und wiegt heute 1520 g. Sie hat also 410 g zugenommen. Somit ist sie voll im Schnitt. Auch ist sie schon ganze 4 cm gewachsen und nun 40 cm lang.

Sie meldet auch kräftig ihren Hunger an und manchmal ist ihr die Schwester nicht schnell genug, da kann Nadine schon ziemlich ungeduldig werden.

Von der Beatmung her, hat sie leider einen kleinen Rückschritt gemacht. Das Hydro-Cortison daß sie bekam, musste abgesetzt werden (darf nur über einen bestimmten Zeitraum – maximal 9 Tage) gegeben werden. Mit dem Medikament brauchte sie nur noch einen sogenannten “Flow” – einen Luftzug, der ihr das  Atmen erleichtert, aber nicht unterstützt. Zumindest habe ich es so verstanden.

Seit letztem Wochenende benötigt sie jedoch wieder ein wenig Sauerstoff (zwischen 25 und 28 % – wobei 21 % “normal” sind und dem entspricht, was Du und ich auch über die normale Raumluft einatmen). Da sie seit dem Wochenende auch häufiger wieder Abfälle hat, wurde auch wieder eine Frequenz hinterlegt (aktive Atemunterstützung???)

Ansonsten wurde das Herz und der Kopf auch nochmal geschallt. Die Gehirnblutung der ersten Tage löst sich langsam auf (ähnlich einem Blauen Fleck). Ob davon irgendwas zurückbleibt, kann derzeit nicht gesagt werden. Es gibt wohl Kinder, die sowas völlig Folgenfrei überstanden haben. Wir müssen einfach abwarten.

Beim Herzen ist alles unverändert. Der Duktus ist immer noch nicht zu, aber auch nicht mehr sooo weit offen und muss aktuell nicht behandelt werden und wird auch als Ursache für die Atemabfälle ausgeschlossen.

 

Wir selbst tun uns etwas schwer wieder den Alltag aufzunehmen. Doch es nutzt ja nichts.

Nach der Beisetzung von Nils sagte jemand zu mir: “Du musst nach vorne schauen und nicht zurück.”. Diesem Satz kann ich nur bedingt zustimmen. Ja, man muss nach vorne schauen, aber ich möchte auch zurückschauen. Doch ich schau auf die Momente zurück, die ich mit Nils hatte, in denen ich für ihn da sein durfte und in denen ich ihn kennenlernen durfte. Ich bin dankbar für jeden einzelnen Moment. Auch wenn diese 12 Tage die schwersten meines Lebens waren, so bin ich trotzdem dankbar dafür. Und wenn ich zurückschaue, stelle ich auch fest, daß ich jede einzelne Entscheidung die ich in der Schwangerschaft und auch danach getroffen bzw. nicht getroffen habe, so  wieder treffen würde. Ich bereue nichts. Alles andere lag nicht in meiner Hand – leider.

Doch auch hier gibt mir Nadine die meiste Kraft, wenn sie ihre Augen öffnet, ihre Finger um meinen Finger gehen oder sie einfach nur wild strampelt.

Ich möchte mich hier auch noch für die zahlreichen Karten, E-Mails, Kommentare und einfach alles bedanken, was uns erreicht hat. Nach wie vor treffen noch Karten ein (Poststreik) und wir sind schlichtweg überwältigt von der Anteilnahme.

Desweiteren möchten wir uns für die bisherigen Geldspenden zugunsten der Kinderklinik / Frühgeborenstation des evangelischen Krankenhauses Lippstadt bedanken. Das Konto wird noch bis Ende des Monats bestehen bleiben.

An Sachspenden ist bisher erst ein Paket eingetroffen, obwohl mich einige angeschrieben hatten und ihre Bereitschaft gezeigt haben. Möglicherweise liegt dies aber auch an dem Poststreik.

Ich und auch das Krankenhaus würden uns natürlich noch riesig über Sachspenden freuen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Sachen neu oder gebraucht, gekauft oder selbstgemacht sind.

In Frage kommen neben der Frühchenkleidung (wird ab dem Wärmebett gebraucht), Mützen, Socken  oder Schühchen auch kleine bunte Bettlaken (auch selbstgenähte. Maße: 90 x 70 cm), Lagerungskissen oder  Bezüge dafür (wie z.B. hier: (klick), Zudecken, Kuschel- und Schnuffeltücher (als Ersatz-Zudecke) oder auch sogenannte Toffels (klick).

Ich würde die Sachspenden erst sammeln und dann alles zusammen an das Krankenhaus übergeben. Meine Anschrift findet ihr im Impressum. Das Krankenhaus Personal macht da echt einen tollen Job und kann da jede Unterstützung gebrauchen.

Bei Fragen dürft ihr mich natürlich anschreiben oder anrufen.

Ich bin echt gespannt, was zusammen kommt und werde berichten.

GGLG

Nicole

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